Redaktion Wintergarten Dortmund · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026
Nach Angaben des Umweltbundesamts blockiert außenliegender Sonnenschutz – etwa Markisen, Rollläden oder Jalousien – 80 bis 90 % der einfallenden Sonnenstrahlung, während innenliegende Lösungen wie Plissees oder Rollos nur auf 5 bis 45 % kommen. Bei einem ganzjährig genutzten Wohnwintergarten empfiehlt sich daher meist eine Kombination: außenliegender Sonnenschutz als Hauptbremse gegen Aufheizung, innenliegende Systeme für die Feinjustierung von Licht und Sichtschutz.
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Gerade ein ganzjährig genutzter Wohnwintergarten in Dortmund heizt sich bei direkter Sonne rasch auf, wenn kein wirksamer Sonnenschutz vorhanden ist – Süd- und Westlagen sind davon besonders betroffen. Im Folgenden vergleichen wir die gängigen Beschattungssysteme und zeigen, welche Lösung zu welchem Wintergarten-Typ passt.
Außen- oder Innenbeschattung: die Faustregel
Außenliegender Sonnenschutz (Jalousien, Rollläden, Screens) erreicht einen Abminderungsfaktor FC von 0,1–0,2 und hält damit 80–90 % der Sonneneinstrahlung ab. Innenliegender Sonnenschutz (z. B. Rollos) hält dagegen nur 5–45 % der Sonneneinstrahlung ab, da er die Wärme erst zurückhält, nachdem sie bereits durch das Glas in den Raum gelangt ist. Quelle: Umweltbundesamt – „Gegen die Hitze".
Anders ausgedrückt: Außenliegende Beschattung wie Markise oder Rollladen fängt die Wärme bereits vor der Scheibe ab und reduziert die Sonneneinstrahlung um 80 bis 90 %. Innenliegende Beschattung wie Plissee oder Jalousie wirkt dagegen erst, nachdem die Sonnenenergie durch das Glas getreten ist, und kommt deshalb nur auf 5 bis 45 %. Auch der Bundesverband Wintergarten – die Branchenvertretung der Wintergartenbauer – rät dazu, den Sonnenschutz von Beginn an mitzuplanen, statt ihn erst nachträglich zu ergänzen (Quelle: bundesverband-wintergarten.de).
Tipp: Wer außenliegenden Hauptschutz (Markise oder Rollladen) mit innenliegender Feinregulierung (Plissee oder Jalousie) kombiniert, kann Aufheizung und Blendschutz unabhängig voneinander steuern.
Wintergartenmarkise
Eine Wintergartenmarkise läuft in seitlichen Führungsschienen entlang der Dachneigung und schirmt die Sonne außenliegend ab, bevor sie überhaupt auf die Scheibe trifft. Die meisten Modelle lassen sich elektrisch per Funk oder Wandtaster bedienen, teils ergänzt um Sonnen- und Windsensoren für automatisches Ein- und Ausfahren. Auch bei bereits bestehenden Wintergärten ist eine Wintergartenmarkise in der Regel nachrüstbar. Bei der Tuchauswahl lohnt sich ein Blick auf lichtdurchlässige, aber wärmereflektierende Gewebe – so bleibt es im Wintergarten trotz heruntergefahrener Markise angenehm hell, statt komplett zu verdunkeln.
Wintergarten-Rollladen (Aufdach)
Ein Aufdach-Rollladen liefert nicht nur Sonnenschutz, sondern zusätzlich Verdunkelung und eine spürbare Wärmedämmung in der Nacht und im Winter – ein klarer Vorteil gegenüber reinen Sonnenschutzsystemen. Auch ein Wintergarten-Rollladen läuft üblicherweise elektrisch und lässt sich meist in eine bestehende Smart-Home-Steuerung einbinden. Die Aluminiumlamellen sind zudem witterungsbeständig und benötigen im Gegensatz zu Stoffbespannungen kaum Pflege.
Wintergarten-Plissee
Ein Wintergarten-Plissee besteht aus innenliegenden, faltbaren Stoffbahnen, die sich flexibel an schräge Glasflächen anpassen lassen. Es reguliert vor allem Blendschutz und Lichteinfall, gegen die Aufheizung des Raums richtet es dagegen deutlich weniger aus. Für Dachflächen bieten sich Wabenplissees an: Die luftgefüllte Doppelstruktur dämmt zusätzlich etwas gegen Wärme und Kälte und dämpft nebenbei den Regenschall auf der Verglasung.
Wintergarten-Jalousien
Wintergarten-Jalousien mit verstellbaren Lamellen ermöglichen eine feine Steuerung von Lichteinfall und Sichtschutz. Da sie wie Plissees innenliegend montiert sind, bremsen sie die Aufheizung spürbar schwächer als außenliegende Systeme. Die schmalen Aluminiumlamellen lassen sich meist stufenlos verstellen und motorisiert per Fernbedienung oder Wandschalter steuern, was besonders bei schwer erreichbaren Dachjalousien praktisch ist.
Wintergarten-Folie
Eine nachträglich aufgeklebte Wintergarten-Folie reduziert den Wärmedurchgang direkt an der Scheibe und ist eine vergleichsweise günstige Lösung. Sie verändert allerdings die Optik der Verglasung und lässt sich später nur mit Aufwand rückstandsfrei wieder entfernen. Getönte Varianten dunkeln die Glasfläche sichtbar ab, reflektierende Folien lassen mehr Licht durch und blocken zusätzlich einen Teil der UV-Strahlung – beide ersetzen aber keine mechanische Beschattung mit spürbarer Reduktion der Aufheizung.
Nachträgliche Beschattung im Bestand
Auch an einem bereits fertigen Wintergarten lässt sich Beschattung in aller Regel nachrüsten. Innenliegende Systeme wie Plissee oder Jalousie sind dabei am schnellsten montiert, während eine nachträgliche Beschattung außen – etwa eine Markise – meist zusätzliche Befestigungspunkte an der Dachkonstruktion braucht. Bei motorisierten Lösungen sollte zusätzlich geprüft werden, ob eine Stromleitung bis zum Montagepunkt gelegt werden kann oder ob sich eine funkbasierte, batteriebetriebene Steuerung anbietet.
Beschattungssysteme im Vergleich
Die folgende Tabelle fasst die fünf gängigen Beschattungssysteme mit ihrer jeweiligen Reduktion der Sonneneinstrahlung und den wichtigsten Besonderheiten zusammen.
| System | Lage | Reduktion Sonneneinstrahlung | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Markise | außen | 80–90 % | Nachrüstbar, Einsatz wetterabhängig |
| Rollladen | außen | 80–90 % | Zusätzliche Verdunkelung & Wärmedämmung |
| Plissee | innen | 5–45 % | Passt sich schrägen Glasflächen an |
| Jalousien | innen | 5–45 % | Lamellen erlauben feine Lichtsteuerung |
| Sonnenschutzfolie | am Glas | k. A. | Günstig, aber nur schwer rückgängig zu machen |
Reduktionswerte für außen- und innenliegenden Sonnenschutz nach Angaben des Umweltbundesamt. Für Sonnenschutzfolie gibt es keine vergleichbare UBA-Angabe („k. A." = keine Angabe).
Planen Sie einen neuen, ganzjährig nutzbaren Wintergarten? Unsere Seite Wohnwintergarten Dortmund zeigt, wie sich Beschattung von Anfang an in die Planung integrieren lässt.
Häufige Fragen zum Sonnenschutz im Wintergarten
Wirkt eine außenliegende oder eine innenliegende Beschattung besser gegen Aufheizung?
Außenliegender Sonnenschutz ist spürbar wirksamer: Er hält laut Umweltbundesamt 80–90 % der Sonneneinstrahlung zurück (Abminderungsfaktor FC 0,1–0,2), innenliegende Systeme wie Rollos schaffen dagegen nur 5–45 %. Der Unterschied entsteht dadurch, dass innenliegende Beschattung die Wärme erst stoppt, nachdem sie bereits durch die Verglasung in den Raum eingedrungen ist – draußen wird sie dagegen gar nicht erst hereingelassen.
Welcher Sonnenschutz passt am besten zu einem ganzjährig bewohnten Wintergarten?
Für einen ganzjährig bewohnten Wintergarten empfehlen wir außenliegenden Sonnenschutz wie eine Wintergartenmarkise oder einen Aufdach-Rollladen als Hauptschutz gegen Aufheizung, ergänzt um ein innenliegendes Plissee oder eine Jalousie zur Feinabstimmung von Licht und Blendschutz. So lässt sich die Raumtemperatur wirksam steuern, ohne bei Bedarf auf Sichtschutz oder gedämpftes Licht zu verzichten.
Lässt sich eine Beschattung auch nachträglich in einen bestehenden Wintergarten einbauen?
Ja, eine Nachrüstung ist bei den meisten Wintergärten problemlos möglich. Innenliegende Plissees und Jalousien lassen sich in der Regel ohne größeren Aufwand montieren, außenliegende Markisen oder Rollläden erfordern dagegen zusätzliche Befestigungspunkte an der Dachkonstruktion – hier sollte vorab die Statik der Aufhängung geprüft werden.
Welche Möglichkeiten gibt es, einen Wintergarten zu beschatten?
Grundsätzlich stehen zwei Wege offen: außenliegende Systeme wie Markise oder Aufdach-Rollladen fangen die Sonne schon vor der Verglasung ab, innenliegende Systeme wie Plissee oder Jalousie regulieren dagegen vor allem Licht und Blendschutz im Innenraum. Gegen Aufheizung wirkt außenliegender Sonnenschutz am zuverlässigsten, weshalb wir ihn als Hauptschutz empfehlen und innenliegende Systeme nur ergänzend einsetzen.
Was hilft, wenn sich im Wintergarten Kondenswasser bildet?
Kondenswasser an der Verglasung entsteht meist aus einer Kombination aus zu wenig Luftaustausch und größeren Temperaturunterschieden zwischen innen und außen. Kurzfristig hilft regelmäßiges Stoßlüften, dauerhaft eine automatisierte Lüftung oder ein durchdachtes Feuchtigkeitsmanagement. Wirksame Beschattung unterstützt indirekt: Wer die Aufheizung tagsüber begrenzt, verringert damit auch die nächtliche Kondensatbildung.
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