Redaktion Wintergarten Dortmund · Inhaltlich geprüft · Zuletzt aktualisiert: 29.07.2026
Ein Wintergarten ist ein ringsum verglaster Anbau oder eigenständiger Raum: Seitenwände und meist auch das Dach bestehen aus großflächigem Glas, gehalten von einer Rahmenkonstruktion aus Aluminium, Holz oder Kunststoff. Je nachdem, ob er beheizt wird oder nicht, ist er entweder nur saisonal nutzbar (unbeheizter Kaltwintergarten) oder ganzjährig ein vollwertiges Zimmer unter Glas (beheizter Wohnwintergarten).
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Definition: Was ist ein Wintergarten?
Ein Wintergarten ist ein überwiegend aus Glas bestehender, allseitig geschlossener Anbau – oder, seltener, ein freistehender Raum mit derselben Bauweise. Tragend sind Rahmenprofile aus Aluminium, Holz, einer Holz-Alu-Kombination oder Kunststoff; die Flächen dazwischen füllt Glas, an den Wänden ebenso wie im Dach. Der Begriff ist dabei irreführender, als er klingt: Mit einem Garten hat die Konstruktion nichts zu tun, und genutzt wird sie längst nicht nur im Winter. Ursprünglich ging es darum, empfindliche Pflanzen frostfrei über die kalte Jahreszeit zu bringen – daher der Name. Heute steht meist das Gegenteil im Vordergrund: zusätzlicher Wohnraum mit Blick ins Grüne, wettergeschützt und lichtdurchflutet.
Für die Einordnung entscheidend ist nicht die Optik, sondern die Nutzbarkeit über das Jahr. Ob ein Wintergarten nur im Sommerhalbjahr taugt oder ganzjährig bewohnbar ist, hängt allein davon ab, ob er beheizt wird – und genau daraus leitet sich die Typen-Einteilung ab, die für Baurecht, Technik und Preis den größten Unterschied macht.
Die drei Temperaturklassen: kalt, mittelwarm, wohnlich
Fachlich wird ein Wintergarten nach seiner winterlichen Innentemperatur in drei Klassen eingeteilt. Diese Klasse bestimmt, welche Verglasung, welche Heiztechnik und welche Genehmigung nötig sind – und damit auch den Preis pro Quadratmeter.
Kaltwintergarten (unbeheizt)
Der Kaltwintergarten bleibt ohne Heizung und erreicht im Winter Temperaturen unter 12 °C. Einfachverglasung und ungedämmte Profile genügen, weil keine energetischen Vorgaben für Wohnräume gelten. Die Hauptsaison reicht etwa von März bis Oktober; im Winter dient er vor allem als frostfreier Rückzugsort für Pflanzen und Gartenmöbel. Preislich ist er mit Basissätzen ab rund 500–900 €/m² die günstigste Einstiegsvariante – Details dazu bündelt unsere Seite Kaltwintergarten Dortmund.
Mittelwarmer Wintergarten (temperiert)
Zwischen den beiden Extremen liegt der mittelwarme Wintergarten: eine Temperierung auf 12–19 °C, meist über eine kleine Heizquelle, die lediglich Frostfreiheit und moderate Wärme sicherstellt. Ein vollwertiger Wohnraum wird daraus nicht, dafür verlängert sich die nutzbare Saison spürbar in den Frühling und Herbst hinein – ein Mittelweg, der auch beim Preis zwischen Kalt- und Wohnwintergarten liegt.
Wohnwintergarten / Warmwintergarten (ganzjährig beheizt)
Der Wohnwintergarten wird dauerhaft auf über 19 °C beheizt und funktioniert wie jedes andere Zimmer im Haus. Dazu gehören Wärmeschutzverglasung, thermisch getrennte Profile, eine eigene Heizung, kontrollierte Lüftung und wirksame Beschattung. Weil er als beheizter Aufenthaltsraum gilt, muss er die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) an die Gebäudehülle einhalten und ist damit fast immer genehmigungspflichtig. Komplett geplant liegt der Preis bei etwa 2.500–4.000 €/m² inklusive Fundament, Heizung und Genehmigungsplanung – ausführlich auf unserer Seite Wohnwintergarten Dortmund.
Merke: Nicht Größe oder Optik entscheiden über den Typ, sondern die Temperaturklasse. Sie legt Verglasung, Heizung, Genehmigungspflicht und Quadratmeterpreis fest.
Bauformen: Anbau, Balkon oder Terrassen-Umbau
Zusätzlich zur Temperaturklasse spielt bei der Planung die Bauform eine entscheidende Rolle. Am häufigsten gebaut wird der Anlehnwintergarten als Glasanbau, der direkt an die Hausfassade anschließt und über eine vorhandene Tür oder einen neuen Wanddurchbruch mit dem Wohnbereich verbunden wird. Wie ein solcher Anbau von der Statik bis zum Wandanschluss geplant wird, zeigt unsere Seite Wintergarten-Anbau in Dortmund; die klassische Pultdach-Variante erklärt im Detail die Seite Anlehnwintergarten. Seltener, aber als eigenständiges Glasgebäude im Garten interessant, ist der freistehende Wintergarten.
Eine platzsparende Alternative ist der Balkon-Wintergarten: Ein bestehender Balkon oder eine Loggia wird verglast – eine Lösung, die sich gerade in dicht bebauten Vierteln wie rund um den Wall oder im Kreuzviertel anbietet, wo für einen Vollanbau schlicht der Platz fehlt. Alle Details dazu auf Balkon-Wintergarten Dortmund.
Der dritte übliche Weg ist der Umbau einer bereits überdachten Terrasse: Die offenen Seiten werden mit Glaselementen geschlossen, sodass aus dem Dach ein vollwertiger Wintergarten wird – häufig der günstigste Einstieg, weil Unterkonstruktion und Dach bereits stehen. Schritt für Schritt beschreiben wir das auf Terrasse zum Wintergarten umbauen in Dortmund.
Materialien: Aluminium, Holz und Holz-Alu
Aluminium ist heute der Standard bei Wohnwintergärten: hohe Tragfähigkeit bei schlanken Profilansichten, praktisch wartungsfrei, korrosionsbeständig und dank Pulverbeschichtung in jedem RAL-Farbton erhältlich. Bei beheizten Ausführungen kommen thermisch getrennte Profile zum Einsatz, bei denen ein Isoliersteg aus Kunststoff die Wärmebrücke zwischen innen und außen unterbricht. Mehr dazu auf unserer Seite Wintergarten aus Aluminium in Dortmund.
Holz, meist als Leimbinder verarbeitet, punktet mit warmer Optik und guten Dämmwerten, verlangt im Gegenzug aber regelmäßige Pflege – Lasur oder Anstrich stehen etwa alle 5 bis 8 Jahre an. Die Holz-Alu-Kombination löst dieses Problem, indem sie innen Holz für Raumklima und Optik mit einer wetterfesten Aluminiumschale außen verbindet, allerdings zu einem entsprechend höheren Preis. Beide Varianten stellen wir ausführlich vor unter Wintergarten aus Holz in Dortmund. Kunststoffprofile sind die günstigste Option, stoßen bei größeren Spannweiten aber an ihre statischen Grenzen und bleiben deshalb meist kleineren Kaltwintergärten vorbehalten.
Abgrenzung: Wintergarten, Glashaus, Gewächshaus & Co.
Rund um den Begriff Wintergarten kursieren einige Bezeichnungen, die häufig durcheinandergebracht werden. Wir ordnen sie hier einmal sauber ein:
- Glashaus: Ein uneindeutiger Begriff. Im Alltag ist damit mal ein Gewächshaus gemeint, mal ein schlichter verglaster Anbau ohne Wohnkomfort. Funktional entspricht ein „Glashaus" ohne Heizung am ehesten einem Kaltwintergarten – als Wohnwintergarten taugt es dagegen nicht.
- Gewächshaus: Gebaut für Pflanzen, nicht für Menschen. Die Konstruktion ist auf Pflanzenklima ausgelegt, nicht auf Wohnkomfort – oft mit einfachster Verglasung oder sogar nur Folie. Trotz gemeinsamer historischer Wurzeln ist der Unterschied zum Wintergarten damit klar.
- Terrassenüberdachung: Lediglich ein Dach über der Terrasse, seitlich offen und ohne Glaswände. Sie hält Regen ab, aber weder Wind noch Kälte. Erst wenn die offenen Seiten vollständig verglast werden, entsteht daraus ein (Kalt-)Wintergarten.
- Gartenzimmer / Glasanbau: Beide Begriffe sind praktisch Synonyme für den Wintergarten – „Gartenzimmer" betont dabei meist die wohnliche Nutzung, „Glasanbau" ist der neutralere Sammelbegriff für jede Art verglasten Anbaus.
Wintergarten Vorteile und Nachteile im Überblick
Wintergarten Vorteile
Der größte Vorteil eines Wintergartens ist zusätzlicher, heller Raum mit direktem Gartenbezug – beim Wohnwintergarten ganzjährig, wie ein weiteres Zimmer im Haus. Schon ein unbeheizter Kaltwintergarten verlängert die Zeit im Freien spürbar, weil Frühling und Herbst geschützt vor Wind und Regen nutzbar werden. Pflanzen überstehen den Winter frostfrei, und ein sauber geplanter Glasanbau kann den Wert einer Immobilie steigern. 63 % des Dortmunder Stadtgebiets sind Grün- und Freiflächen (Angabe der Stadt Dortmund); eine Satellitenbild-Analyse kürte Dortmund 2021 sogar zur viertgrünsten Großstadt der Welt – ein Wintergarten holt genau dieses Grün ganzjährig ins Haus. Ein Wintergarten holt diese Nähe zum Grün ganzjährig direkt ins Haus.
Wintergarten Nachteile
Zur ehrlichen Betrachtung gehört auch die andere Seite: Ein Wintergarten bleibt eine Investition, die vom Kaltwintergarten im niedrigen vierstelligen Bereich bis zum komplett ausgestatteten Wohnwintergarten im fünfstelligen Bereich reicht. Große Glasflächen heizen sich im Sommer stark auf – ohne eine wirksame Beschattung und ausreichend Lüftung wird der Raum an heißen Tagen schnell unbequem. Hinzu kommen laufender Pflegeaufwand (Glasreinigung, bei Holzrahmen zusätzlich Anstriche), das Risiko von Kondenswasser bei zu wenig Lüftung und – je nach Typ und Größe – der Aufwand für eine Baugenehmigung. Wer diese Punkte von Beginn an mitplant, umgeht die üblichen Enttäuschungen.
Woher kommt der Wintergarten? Ein kurzer Rückblick
Der Wintergarten hat einen prominenten Vorläufer: die Orangerie fürstlicher Schlossgärten, in der Zitrusbäume und andere frostempfindliche Pflanzen über den Winter gebracht wurden – oft in Prachtbauten mit riesigen Fensterfronten, die zugleich als Festsaal dienten. Erst im 19. Jahrhundert machten Fortschritte in Glas- und Eisenverarbeitung filigrane, vollständig verglaste Konstruktionen bezahlbar: In England entstanden die berühmten viktorianischen Conservatories, verspielte Glasanbauten mit facettierten Grundrissen, die bis heute als Vorbild gelten. Im Lauf des 20. Jahrhunderts wurde aus dem einstigen Prestigeobjekt des Bürgertums ein Anbau für breite Bevölkerungsschichten – und mit moderner Wärmeschutzverglasung schließlich der ganzjährig bewohnbare Wohnwintergarten, wie wir ihn heute planen und bauen.
Zählt ein Wintergarten zur Wohnfläche?
Das hängt wieder von der Temperaturklasse ab. Nach der Wohnflächenverordnung werden unbeheizbare Wintergärten nur zu 50 % (§ 4 Abs. 4 Nr. 1 WoFlV, unbeheizbare Wintergärten) angerechnet, während beheizte Wohnwintergärten unter die allgemeine Raumregel fallen und zu 100 % (allgemeine Raumregel der WoFlV bei ≥ 2 m lichter Höhe, wie bei Wohnwintergärten praktisch immer gegeben) zählen. Quelle: § 4 WoFlV (gesetze-im-internet.de). Bei Mietvertrag, Immobilienbewertung und Versicherung schlägt sich diese Einstufung handfest in Euro und Cent nieder – ein weiterer Grund, die Typ-Entscheidung schon vor dem Bau bewusst zu treffen.
Häufige Fragen: Was ist ein Wintergarten?
Was ist ein kalter Wintergarten?
Ein kalter Wintergarten bleibt ohne Heizung und liegt im Winter unter 12 °C Innentemperatur. Einfachverglasung und ungedämmte Profile reichen aus, weil kein Wohnraumstandard gefordert ist. Genutzt wird er vor allem von März bis Oktober; in der kalten Jahreszeit schützt er Kübelpflanzen und Gartenmöbel frostfrei, ohne dabei ganzjährig bewohnbar zu sein.
Was ist ein warmer Wintergarten?
Ein warmer Wintergarten – auch Wohn- oder Warmwintergarten genannt – wird das ganze Jahr über beheizt und liegt konstant über 19 °C. Wärmeschutzverglasung, thermisch getrennte Profile sowie eine Auslegung nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) machen ihn zu einem vollwertigen Wohnraum, der wie jedes andere Zimmer im Haus genutzt werden kann.
Was zählt als Wintergarten?
Als Wintergarten gilt ein ringsum geschlossener Anbau oder Raum, dessen Seitenwände und in aller Regel auch das Dach aus Glas bestehen, gehalten von einer Rahmenkonstruktion aus Aluminium, Holz oder Kunststoff. Eine offene Terrassenüberdachung fällt nicht darunter – erst die vollständige Verglasung der Seiten macht aus dem Dach einen Wintergarten.
Was heißt Wintergarten auf Englisch?
Im britischen Englisch heißt der klassische verglaste Anbau "conservatory" – der gebräuchlichste und am weitesten verbreitete Begriff für einen Wintergarten im englischsprachigen Raum. Im US-amerikanischen Sprachgebrauch ist dagegen häufiger von einem "sunroom" die Rede, während "winter garden" meist für große, repräsentative Glashallen etwa in Hotels oder öffentlichen Gebäuden reserviert bleibt.
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